VORWORT

8. Internationaler Theatertreff 

„Wer bereit ist, aus Liebe zu einigen Quadratmetern Bretterboden und aus Begeisterung für das Stück Leben, das auf diesen Brettern entstehen kann, alles auf sich zu nehmen und jede Kleinigkeit und jede Schmutzarbeit mit der gleichen Liebe zu tun, mit der er eine große Rolle spielt oder eine faszinierende Regie führt - das ist ein Theatermensch.“

Jean-Louis Barrault

Während des 8. Internationalen Theatertreffs werden viele Theatermenschen aus insgesamt sieben verschiedenen Nationen  in Lörrach anwesend sein, alle von dem Wunsch beseelt, sich Ihnen zu präsentieren und sich  auszutauschen.
Theater lebt von gegenseitigem Wahrnehmen und gegenseitigem Austausch.

Theater ist immer eine Begegnung, Begegnung der Sinne, des Sinnierens und der Sinnsuche.

Wir laden Sie recht herzlich ein an dieser Begegnung teilzunehmen.

 

Ingrid Weinmann-Zöllin
Vaclav Spirit

 

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Badische Zeitung vom Mittwoch, 20. Oktober 2004 

"Wir bieten ein hohes Niveau und für jeden etwas" 

BZ-INTERVIEW mit Ingrid Weinmann-Zöllin zum Internationalen Theatertreff / Jeden Nachmittag öffentliches Podium im Nellie

LÖRRACH. Der internationale Theatertreff Lörrach beginnt heute, 20 Uhr, im Burghof. Rund 150 Theaterleute und ihr Publikum können sich bis Samstag in der Stadt treffen und austauschen. Ingrid Weinmann-Zöllin organisiert den Theatertreff zusammen mit Vaclav Spirit. Michael Baas sprach mit ihr über das Festivals.

BZ: Der Theatertreff hat sich einen Ruf weit über Lörrach hinaus erarbeitet. Wo liegen für Sie die Gründe des Erfolgs?

Weinmann-Zöllin: Wir bieten ein hohes Niveau. Dazu kommt der internationale Aspekt. Einblicke in die Theaterlandschaft anderer Länder gibt es in unserer Region nur selten. Ein weiterer Pluspunkt ist die Organisation, die funktioniert. Das hat sich rum gesprochen auch unter den Theatergruppen. Wir haben Jahr für Jahr mehr Anfragen - dieses Mal waren es mehr als 40 - und können längst nicht mehr alle berücksichtigen. Auch das verschafft uns natürlich ein gute Publicity: Zu uns wollen die Gruppen kommen - wir können aussuchen.

BZ: Das Programm ist sehr breit angelegt. Welches Publikum will der Treff erreichen?

Weinmann-Zöllin: Es gibt keine speziellen Zielgruppen. Wir haben bei der Auswahl darauf geachtet, dass für alle Altersgruppen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - etwas dabei ist. Gewisse Schwerpunkte sind diesesmal vielleicht das Jugendtheater und die englisch- und französischsprachigen Gruppen, die in den Schulen stark nachgefragt sind.

BZ: Ein Element des Theatertreffs sind die Gesprächs- und Diskussionsrunden nach den Stücken. Wie läuft das ab?

Weinmann-Zöllin: Direkt nach den Vorstellung haben die Schauspieler die Gelegenheit auf ganz pragmatischen Ebenen ins Gespräch zu kommen. Zudem gibt es täglich um 16 Uhr im "Nellie Nashorn" ein von dem Basler Theaterpädagogen Uwe Heinrich moderiertes öffentliches Podium, in das sich jeder einbringen kann. Das ist noch nicht so bekannt.

BZ: Die Stadt Lörrach, die das Festival mit 10 000 Euro unterstützt, muss sparen, das "Nellie Nashorn" drückt ein Defizit von 20 000 Euro. Ist das Festival gefährdet?

Weinmann-Zöllin: Ich hoffe es nicht. Ein vergleichbares Festival gibt es in ganz Südbaden nicht und die Nachfrage hat sich in den vergangenen Jahre sehr ausgeweitet. Vom Nellie Nashorn her werden wir alles tun, das Festival zu halten. Im Notfall werden wir eben noch mehr auf kleine Gruppen setzen.

BZ: Haben Sie persönliche Höhepunkte?

Weinmann-Zöllin: Die französische Gruppe Le Troupô und ihr Stück "M. Anselme" ist wunderbar, aber auch "Stuhl-Gang", die Eröffnung mit dem Südtiroler Ensemble und die "Präsidentinnen" der Theo Studiobühne finde ich spannend.

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