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Badische Zeitung vom Mittwoch, 20. Oktober 2004
"Wir bieten ein hohes Niveau und für jeden etwas"
BZ-INTERVIEW mit
Ingrid Weinmann-Zöllin zum Internationalen Theatertreff / Jeden
Nachmittag öffentliches Podium im Nellie
LÖRRACH. Der
internationale Theatertreff Lörrach beginnt heute, 20 Uhr, im Burghof.
Rund 150 Theaterleute und ihr Publikum können sich bis Samstag in der
Stadt treffen und austauschen. Ingrid Weinmann-Zöllin organisiert den
Theatertreff zusammen mit Vaclav Spirit. Michael Baas sprach mit ihr
über das Festivals.
BZ: Der
Theatertreff hat sich einen Ruf weit über Lörrach hinaus erarbeitet. Wo
liegen für Sie die Gründe des Erfolgs?
Weinmann-Zöllin: Wir bieten ein hohes Niveau. Dazu kommt der
internationale Aspekt. Einblicke in die Theaterlandschaft anderer Länder
gibt es in unserer Region nur selten. Ein weiterer Pluspunkt ist die
Organisation, die funktioniert. Das hat sich rum gesprochen auch unter
den Theatergruppen. Wir haben Jahr für Jahr mehr Anfragen - dieses Mal
waren es mehr als 40 - und können längst nicht mehr alle
berücksichtigen. Auch das verschafft uns natürlich ein gute Publicity:
Zu uns wollen die Gruppen kommen - wir können aussuchen.
BZ: Das Programm
ist sehr breit angelegt. Welches Publikum will der Treff erreichen?
Weinmann-Zöllin: Es gibt keine speziellen Zielgruppen. Wir haben bei
der Auswahl darauf geachtet, dass für alle Altersgruppen - Kinder,
Jugendliche und Erwachsene - etwas dabei ist. Gewisse Schwerpunkte sind
diesesmal vielleicht das Jugendtheater und die englisch- und
französischsprachigen Gruppen, die in den Schulen stark nachgefragt
sind.
BZ: Ein Element des
Theatertreffs sind die Gesprächs- und Diskussionsrunden nach den
Stücken. Wie läuft das ab?
Weinmann-Zöllin: Direkt nach den Vorstellung haben die Schauspieler
die Gelegenheit auf ganz pragmatischen Ebenen ins Gespräch zu kommen.
Zudem gibt es täglich um 16 Uhr im "Nellie Nashorn" ein von dem Basler
Theaterpädagogen Uwe Heinrich moderiertes öffentliches Podium, in das
sich jeder einbringen kann. Das ist noch nicht so bekannt.
BZ: Die Stadt
Lörrach, die das Festival mit 10 000 Euro unterstützt, muss sparen, das
"Nellie Nashorn" drückt ein Defizit von 20 000 Euro. Ist das Festival
gefährdet?
Weinmann-Zöllin: Ich hoffe es nicht. Ein vergleichbares Festival
gibt es in ganz Südbaden nicht und die Nachfrage hat sich in den
vergangenen Jahre sehr ausgeweitet. Vom Nellie Nashorn her werden wir
alles tun, das Festival zu halten. Im Notfall werden wir eben noch mehr
auf kleine Gruppen setzen.
BZ: Haben Sie
persönliche Höhepunkte?
Weinmann-Zöllin: Die französische Gruppe Le Troupô und ihr Stück "M.
Anselme" ist wunderbar, aber auch "Stuhl-Gang", die Eröffnung mit dem
Südtiroler Ensemble und die "Präsidentinnen" der Theo Studiobühne finde
ich spannend. |