
Aus dem Nichts taucht ein junger Mann
auf, der kaum sprechen kann. Er gibt an, in einem
dunklen Keller aufgewachsen zu sein, ohne menschliche
Gesellschaft. Er ist intelligent, künstlerisch begabt
und ein unbeschriebenes Blatt – oder doch nicht?
Der Fall Kaspar Hauser fasziniert aufgrund seiner
Geheimnisse, aber auch, weil er die philosophische
Frage stellt: Was ist der Mensch, wenn er frei von jeder
äußeren Prägung aufwächst? Was ist das Innerste, was
ist schon da, bevor die Gesellschaft einen Menschen
formt? Und wie reagiert die Gesellschaft auf solch einen
ungeprägten Menschen?
Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern wurde
hinterrücks vom Theatervirus befallen und gründete nach
dem Abitur die Freie Theatergruppe Zürich, um ihrem
Spieldrang weiterhin freien Lauf zu lassen. Seit 2001
tritt die Gruppe mit verschiedenen Stücken öffentlich
auf. Daneben treibt FTZ auch regelmäßig Theatersport,
spielt kleinere Eigenproduktionen an Open-Air-Festivals
und wagt sich gelegentlich – auch unsichtbar – mit
performativen Aktionen auf die Straßen und in die
Einkaufshäuser von Zürich. In diesem Jahr gewann das
Stück „Nach Hause (r)“ bei den Theatertagen am See in
Friedrichshafen den Theaterpreis.

Out of the blue a young
guy, who can hardly talk, pitches up. He claims that he
grew up in a dark cellar without any human company. He
is intelligent, creatively talented and an unknown
quantity – or is he not?
The case of Kaspar Hauser fascinates people because of
the secrets but also because of the philosophical
question that is stated: What becomes of man when he
grows up far from any external influence? What already
exists inside before society forms a person? And how
does the society react towards such an uncoined person?
A group of schoolgirls and –boys was sandbagged by the
theater virus and grounded the “Freie Theatergruppe
Zürich” after their final exams at high school, in order
to furhtermore let their drive to act run freely. Since
2001 the group has been performing different plays in
public. Besides that the FTZ also regularly does theater
sports , plays smaller productions of its own at open
air festivals and occasionally stirs out of the house –
also invisibly- into the streets and shopping malls of
Zurich with performative actions. This year the play
“Nach Hause(r)” won the theater prize at the
“Theatertage am See” in Friedrichshafen (D).